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ERNÄHRUNG
Laktoseintoleranz: Wenn der Milchzucker zum Problem wird

Leiden Sie nach dem Verzehr von Milchprodukten regelmäßig an Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit oder Durchfall? Dann kann ein Enzymmangel die Ursache dafür sein.

Was ist Laktoseintoleranz?
Menschen, die an Laktoseintoleranz leiden, vertragen keinen Milchzucker (Laktose), der natürlicherweise in Milch enthalten ist und der Milch ihre Süße gibt. Um den Milchzucker verdauen zu können, muss er in seine Einzelbestandteile getrennt werden. Diese Aufgabe übernimmt ein Enzym namens Laktase. Ist dieser „Milchzucker-Spalter“ im Dünndarm nicht vorhanden, kann der Milchzucker nicht ins Blut aufgenommen werden, er verbleibt im Darm und es kommt zu Beschwerden wie Bauchdrücken, Blähungen, Krämpfen und Durchfällen.

Wussten Sie, dass dieses spezielle Enzym bei fast allen erwachsenen Afrikanern und Asiaten fehlt? Die Fähigkeit von Europäern lebenslang Laktose spalten zu können ist eine Besonderheit. Vermutlich blieb es ihnen im Laufe der Entwicklungsgeschichte mit Einführung der Milchviehhaltung über das Säuglingsalter hinaus erhalten. 

Ernährung bei Laktoseintoleranz
Bei einer Laktoseintoleranz müssen Milch, Milchprodukte und Lebensmittel, die diese enthalten in unterschiedlichem Ausmaß gemieden werden, um die Beschwerden zu mindern. Die Toleranzgrenze muss jeder Betroffene selbst austesten.

Die Milch anderer Säugetiere (Ziege, Schaf, Pferd) enthält ebenfalls Laktose, so dass als Milchalternative Soja- und Getreidedrinks in Frage kommen. Gesäuerte Milchprodukte (Joghurt, Buttermilch, Dickmilch) sind für viele gut bekömmlich, weil Milchsäurebakterien die enthaltene Laktose bereits teilweise abgebaut haben. Keine Probleme bereiten in den meisten Fällen gut gereifte Käse (Schnitt- und Hartkäse), die nahezu keine Laktose mehr enthalten.

Laktose wird in der Industrie oft als Hilfsstoff eingesetzt und ist deshalb auch Bestandteil vieler verarbeiteter Produkte wie z. B. Back- und Wurstwaren sowie zahlreicher Fertigprodukte. Beim Einkaufen ist daher Vorsicht geboten!
Im Zutatenverzeichnis versteckt sich Milchzucker hinter Begriffen wie z. B. Laktose, Milch, (Voll-/Mager-) Milchpulver, (Süß-/Sauer-) Molke, (Süß-/Sauer-) Molkepulver, Rahm, Sahnepulver und Butter.

Alternativen zur laktosefreien Ernährung
Milch und Milchprodukte sind wichtige Calciumlieferanten in unserer Ernährung. Calcium ist unter anderem für die Stabilität unseres Knochengerüstes wichtig. Um den Calciumbedarf bei einer Laktoseintoleranz bedarfsgerecht zu decken, ist es daher wichtig, vermehrt auf andere Calciumquellen wie z. B. Brokkoli, Grünkohl, Tofu, Mandeln, Sesam und calciumhaltiges Mineralwasser zurückzugreifen.

Eine gute Alternative bietet auch die Fülle an laktosefreien Milchprodukten (Milch, Joghurt, Quark), die der Lebensmittelhandel inzwischen bereithält. Bei diesen wird die Spaltung des Milchzuckers technologisch vorweg genommen. Der Nährwert- und Mineralstoffgehalt wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Personen mit Laktoseintoleranz können das fehlende Enzym aber auch als Tablette zuführen. Ihr Einsatz ist vor allem in bestimmten Ernährungssituationen wie beim Restaurantbesuch, bei Einladungen oder im Urlaub eine große Erleichterung.


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